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  aktualisiert 09.01.2017

 


 

 

 

 

 

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Prognose

Fast alle Gichtpatienten haben ihr Schicksal selbst in der Hand

Dass spezifisches Essverhalten, Trinken, Umweltgifte Rauchen usw. zu diversen Krankheiten, wie zum Beispiel zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Gicht führen können, gehört heute zum Allgemeinwissen.

Wer tiefer nachfragt erfährt, dass die Zufuhr von bestimmten Substanzen im Stoffwechsel zu Reaktionen führt, welche dem Körper schaden.

Wer als interessierter Gichtpatient noch tiefer gräbt, erhält sehr detaillierte Informationen darüber, was Purine sind, wie sie per Stoffwechsel in Harnsäure gewandelt werden, in welchen Nahrtungsmitteln sie enthalten sind und welche Rolle sie bei der Enstehung, dem Verlauf und der Behandlung von Gicht spielen.

Genaue Zahlen beschreiben, welche Menge an Purinen zu welcher Menge und Konzentration von Harnsäure im Blut führen und ab welcher Konzentration sich Harnsäurekristalle bilden, die zu den gefürchteten Gichtanfällen führen. Aber hat dieses Wissen auch dazu geführt, dass Gicht - wie z.B. Masern - besiegt oder die Häufigkeit auch nur deutlich gemindert wurde?

Nein - Gicht ist in allen Ländern der sogenannten "ersten Welt" auf dem Vormarsch. Nach wie vor ist die Frage unbeantwortet, warum Millionen Menschen, die ihr Leben lieben, dieses Wissen mit sich tragen und trotzdem - bewusst oder unbewusst - Dinge tun oder zu sich nehmen, die ihr Leben verkürzen oder zumindest deutlich negativ verändern.

Ist es richtig, den Betroffenen vorzuwerfen, nicht genügend Willensstärke zu zeigen?

Nein - anders als bei Masern werden Gichtpatienten nicht durch Impfung, sondern durch stete Eigeninitiative vor weiteren Attacken und chronischer Gicht geschützt. Und anders als beim Schutz vor Masern reicht nicht ein kurzer Arztbesuch für den Erfolg - erst eine lebenslange Umstellung der Ernährung, ein Hang zu körperlicher Aktivität und häufig ein grundsätzliches Umdenken zu den Werten der eigenen Gesundheit bringt den gewünschten Erfolg.

Diesen tief in den täglichen Ablauf eingreifenden Therapieprogrammen steht die in vielen Studien gewonnene Erkenntnis gegenüber, dass die Compliance (Einhaltung der ärztlich empfohlenen Therapie) umso mehr gefährdet ist, je tiefer in den gewohnten Tagesablauf eingegriffen wird. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn der Leidensdruck niedrig ist.
So ist es keine Überraschung, dass während eines immer sehr schmerzhaften akuten Gichtanfalles nicht nur schnell Hilfe gesucht, sondern der Rat des behandelnden Arztes fast zu 100% befolgt wird.

Schwindet jedoch nach der Schmerzbefreiung die Compliance, entsteht ein therapeutisch ungenutzter Zeitraum bis zur nächsten Attacke, die wiederum zu bester Compliance führt. Setzt sich dieses Verhalten fort, steigt beständige Compliance erst dann, wenn nicht wieder gut zu machende Schäden an den Gelenken zu starken Schmerzen und Behinderungen führen.

So bleibt häufig die Frage offen, sind diese Patienten selbst oder gar ihre Ärzte schuld an diesem Schicksal?

Neue Studien und Forschungsergebnisse zu diesem Thema geben zwei hilfreiche Antworten: Erstens ist das Wissen rund um die Entstehung, den Verlauf und die therapeutischen Möglichkeiten von Gicht zwar vorhanden - gelangt aber häufig nicht bis zum betroffenen Patienten. Die mangelnden Kenntnisse lassen dann ein wichtiges Feld der Therapie ungenutzt - den motivierenden Effekt strategischen Denkens und Handelns.

Die zweite Antwort verweist auf die Aktivitäten der etwa 100 Milliarden Neuronen im Gehirn, von denen die meisten jede Sekunde dutzende Male durch minimale Stromstöße aktiviert werden. Diese Impulse werden in unzählige chemische Signale umgewandelt, die zu bewussten und unbewussten Reaktionen, zu logischen und unlogischen Handlungen führen.

Die Forschung hierzu steckt zwar nicht mehr völlig in den Kinderschuhen, doch ist es noch ein weiter Weg, bis aus den das Gehirn überflutenden Signalen evtl. herausgefiltert werden kann, welche Signale z.B. das unlogische Verhalten vieler chronisch kranker Patienten steuern und ob und wie dem entgegengesteuert werden kann.

Fest steht aber schon auf dem Boden des jetzigen Wissens: Auch wenn das Ess- oder Trinkverhalten, bzw die Compliance insgesamt noch so unlogisch erscheint, das Schicksal einer noch unbekannten Anzahl von Gichtpatienten liegt nicht in deren Hand, sondern noch unbeeinflussbar in deren Gehirn.

Mit diesen Antworten wäre es theoretisch für jeden Gichtpatienten mit wiederkehrenden Attacken relativ bequem sich jeweils derjenigen Gruppe zuzuordnen, in welcher er sich am besten aufgehoben fühlt. Doch so leicht ist es nicht - Neue Studien zeigen, dass nicht "die durch nicht beeinflussbare Signale zum unlogischen Handeln gezwungenen, sondern die nicht ausreichend informierten Gichtpatienten die weitaus größere Gruppe derjenigen sind, bei denen Therapien nicht anschlagen.

Weit mehr als die Hälfte aller "therapieresistenten" Gichtpatienten würde deshalb davon profitieren, wenn sie mehr Informationen über die im Körper ablaufenden Vorgänge bei der Entstehung, dem Verlauf und der Behandlung von Gicht erhalten und dieses Wissen dann in gute Compliance umsetzen.

Diese neuen Erkenntnisse und haben dazu geführt, dass die von den zuständigen wissenschaftlichen Gesellschaften erstellten neuen Richtlinien zur Behandlung von Gicht nicht nur im medikamentösen Bereich, sondern auch im Bereich Compliance fundamental geändert wurden. Zur Behandlung gehört heute, dass jeder Gichtpatient über die Entstehung und den Verlauf von Gicht, assoziierte Begleiterkrankungen, die Prinzipien des Managements von akuten Gichtattacken, die notwendige Eliminierung von Harnsäurekristallen und die unabdingbare dauerhafte Senkung erhöhter Harnsäurewerte aufgeklärt wird.

Gemessen an den therapeutischen Möglichkeiten war die Prognose für Gichtpatienten noch nie so gut wie heute – doch für die meisten Gichtpatienten gilt, es kommt darauf an, was sie selbst aus den gegebenen Chancen machen.