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  aktualisiert 09.01.2017

 


 

 

 

 

 

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Informationen zu Medikamenten

Wann sollten Medikamente eingenommen werden?


Werden akute Gichtanfälle nicht behandelt, manifestiert sich die Krankheit als chronische Gicht mit häufigeren Anfällen und immer mehr Ablagerungen in Gewebe und Gelenken.

ie rasche und konsequente Behandlung des akuten Gichtanfalles setzt deshalb die Zeichen für eine möglichst beschwerdefreie Zukunft.

Nach Abklingen des akuten Gichtanfalles müssen die erhöhten Harnsäurewerte in ein normales Niveau zurückgeführt und hier gehalten werden. Gelingt dies nicht durch Umstellung auf purinarme Ernährung, kann der Einsatz spezifischer Medikamente erforderlich sein.

Der akute Gichtanfall bedarf einer spezifischen Behandlung

Es gibt kein wirksames Medikament mit nur einer erwünschten Wirkung - und jede unerwünschte Wirkung ist eine Nebenwirkung.

Nachdem umfangreiche Studien - in die mehr als 115.000 Patienten einbezogen waren - gezeigt haben, dass die lange Zeit bevorzugten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Diclofenac lebensgefährliche Nebenwirkungen erzeugen, an denen z.B. allein in Deutschland pro Jahr mehr als 2.000 Patienten sterben/starben, wird heute wegen des deutlich besseren Nutzen-Risiko-Profils in der Regel Colchicin eingesetzt. Colchicin hindert die weißen Blutkörperchen daran, Harnsäurekristalle aufzunehmen und zu transportieren.

Auch beim Einsatz von Colchicin müssen Einschränkungen und Nebenwirkungen beachtet werden, doch überwiegen die Vorteile für von Gicht betroffenen Patienten bei weitem. Neue Studien zeigen, dass im Gegensatz zu den früher üblichen hohen Dosierungen die einmalige Gabe von 1 mg Colchicin gefolgt von 2 bis 3 Dosen mit 0,5 mg pro Tag ausreichen, um einen akuten Gichtanfall erfolgreich zu behandeln. Nebenwirkungen treten dabei viel seltener und weniger intensiv auf.

Nach Abklingen des akuten Gichtanfalles empfehlen weltweit alle wissenschaftlichen Gesellschaften zur Vorbeugung vor weiteren akuten Gichtanfällen für den Zeitraum von 6 Monaten die Gabe von 0,5 mg Colchicin pro Tag als die beste Variante.

Nach der erfolgreichen Behandlung des akuten Gichtanfalls ist eine medikamentöse Behandlung dann notwendig, wenn die eingeleitete Ernährungsumstellung keine ausreichenden Ergebnisse zeigt. Um den Harnsäurepool des Körpers zu verringern, stehen zwei Arten von Medikamenten zur Verfügung.

Urikosurika - Die "Harnsäure-Ausscheider"

Dieser Begriff beschreibt Medikamente, welche die Harnsäureausscheidung fördern.

Die wichtigsten Wirkstoffe: Probenecid und Benzbromaron. Beide hemmen die Rückresorption der Harnsäure in der Niere und vermindern so deren Konzentration im Blut. Die Neubildung von Gichtknoten (Tophi) wird verhindert, es kann sogar zu einem teilweisen Abbau kommen.

Urikostatika - Die "Harnsäure-Blocker"

Hierbei handelt es sich um Medikamente wie Allopurinol oder Febuxostat, welche die Harnsäuresynthese hemmen. Febuxostat kommt wegen des noch hohen Preises dann zum Einsatz, wenn Allopurinol nicht ausreichend wirkt, nicht vertragen wird oder eine Kontraindikation für Allopurinol vorliegt.

Diese Präparate hemmen ein spezifisches Enzym (Xanthinoxidase) des Purinstoffwechsels, das die Bildung von Harnsäure katalysiert. Dadurch werden bestimmte Stoffwechselprodukte, die als Vorstufe bei der Bildung der Harnsäure beteiligt sind (Hypoxanthin, Xanthin), vermehrt ausgeschieden. Dies führt letztlich zu einer Senkung des Harnsäurebestandes.

Kombinationspräparate
Es stehen auch Kombinationspräparate mit Benzbromaron und Allopurinol zur Verfügung, die zur Behandlung spezifischer Patienten geeignet sind. Sie haben aber den Nachteil, dass Benzbromaron die Ausscheidung von Allopurinol (bzw. Oxipurinol) beschleunigt und damit die Wirksamkeit von Allopurinol beeinträchtigt wird.