Informationen zur Krankheit
- Was ist Gicht?
- Wie entsteht Gicht?

- Wie äußert sich Gicht?
- Wie wird die Diagnose Gicht   gestellt?
- Wie wird Gicht behandelt?
- Prognose

 

Informationen zur Ernährung
- Die 5 goldenen Regeln
- Allgemeines
- Ernährungsratschläge

 

Purinrechner

  Informationen zu Medikamenten
- Zur besonderen Beachtung!
- Medikamente wann und wie?
- Nebenwirkungen
- Pflanzliche Vorbeugung
  Informationen zur Vorbeugung
- Wie können Sie Gicht vorbeugen?
  Übergewicht
- Übergewicht?
- Was tun bei Übergewicht
- Tipps und Ratschläge
  Gichttelegramm
- Gichttelegramm
- Gichttelegramm Abonnieren
  Links
- Ernährungsverbände
- Informationsdienste
- Hochschulen

  aktualisiert 09.01.2017

 


 

 

 

 

 

Kontakt Gicht - Liga e.V. Startseite Gicht - Liga e.V. Impressum Presse Gicht - Liga e.V.
Informationen zu Medikamenten

Nebenwirkungen

Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen

Jedes Medikament – eagal ob chemisch oder natürlich – hat nicht nur eine, sondern immer mehrere Wirkungen.

Nur die gewünschten Wirkungen werden therapeutisch genutzt – alle anderen Wirkungen müssen in Kauf genommen werden.

Letztlich entscheidet das sogenannte Nutzen-Risiko-Profil darüber, ob die gewünschte therapeutische Wirkung die unerwünschten schädlichen Wirkungen rechtfertigen.

Dass Gicht heute in der Regel nicht mehr zur Invalidität führt, sondern rechtzeitig und effizient behandelt auch symptomlos verlaufen kann, ist Medikamenten zu verdanken, deren erwünschte Wirkung auch mit unerwünschten Wirkungen, den sogenannten Nebenwirkungen, verbunden sind.

Nach der Arzneimittelzulassung wird der Einsatz all dieser Medikamente von den anwendenden Ärzten in Klinik und Praxis, sowie den zuständigen wissenschaftlichen Gesellschaften für Rheumatologie ständig beobachtet. Jeder in der täglichen Praxis beobachtete Vor- oder Nachteil für Patienten wird registriert und beurteilt. Auf diesem Boden entstehen die Richtlinien und Empfehlungen der Rheumaligen – sie beschreiben immer den neuesten Stand der Wissenschaft. Dass bei der Beurteilung der bestmöglichen Therapie nichts dauerhaft festgeschrieben ist, zeigt der jüngste Verlauf der Empfehlungen.

Akuter Gichtanfall

Vor mehr als 20 Jahren waren die Hoffnungen groß, dass die NSAR wie "z.B. Diclofenac" speziell im Bereich Gicht das bis dahin allein wirksame Colchicin ersetzen könnte. Die Hoffungen wurden nicht erfüllt - ganz im Gegenteil.

NSAR können zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen im Magen-Darmbereich führen, erhöhen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, verschlechtern die Prognose von Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreis-lauf-Systems, erhöhen die ohnehin bestehenden Risiken für lebensgefährdende arterielle Thrombosen bei Patienten mit Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und bei Rauchern. NSAR sind/waren allein in Deutschland verantwortlich für mehr als 2.000 Tote pro Jahr.

Als Konsequenz wurden die Leitlinien zur Behandlung und zur Vorbeugung von akuten Gichtanfällen grundlegend geändert und das ehemals kritisch betrachtete Colchicin wegen seines weit besseren Nutzen-Risiko-Profils weltweit wieder als Mittel der Wahl beschrieben.

Auch beim Einsatz von Colchicin müssen Einschränkungen und Nebenwirkungen beachtet werden, doch überwiegen die Vorteile für von Gicht betroffenen Patienten dann bei weitem, der Einsatz sachgerecht ohne Kontraindikation und in niedrigen Dosierungen erfolgt.

Colchicin ist ein Zellgift und darf deshalb nicht bei bestehendem Kinderwunsch und erst recht nicht im Verlauf einer Schwangerschaft eingesetzt werden. Colchicin sollte wie NSAR bei Patienten mit verringerter Nierenfunktion nicht eingesetzt werden. Colchicin darf wegen möglichen Interaktionen nicht bei Patienten eingesetzt werden, die mit starken P-Glykoprotein- und/oder CYP3A4-Inhibitoren wie Cyclosporin oder Clarithromycin behandelt werden. Colchicin kann Brechreiz, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen als Nebenwirkungen verursachen - die Intensität und Häufigkeit wird durch die heute empfohlenen niedrigeren Dosen ohne deutlichen Wirkungsverlust erheblich verringert.

Alternativ zu Colchicin werden zur Behandlung des akuten Gichtanfalles Kortikosteroide z.B. dann empfohlen, wenn Colchicin kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird. Die Art und Intensität der möglichen Nebenwirkungen von Kortikosteroiden erfordert auch hier hohe Aufmerksamkeit von Arzt und Patient. Dazu gehören insbesondere Gewichtszunahme, Magengeschwüre, Ausdünnung der Haut, Blutergüsse, verlangsamte Wundheilung, erhöhtes Infektionsrisiko, Psychosen, erhöhter Blutzucker und Blutdruck und ein erhöhtes Risiko für grauen Star.

Mittel der Wahl bei chronischer Gicht: Purinarme Ernährung und Gewichtsreduzierung

Ob Medikamente zur Vermeidung von weiteren Gichtanfällen, bzw. zur Behandlung von chronischer Gicht eingesetzt werden müssen, hängt in fast in jedem Fall ganz allein davon ab, ob es den betroffenen Patienten gelingt, die erhöhten Harnsäurewerte im Blut mittels angepasster, purinarmer Ernährung auf einen Wert unter 6,0 mg/dl zu senken. Eine große Hilfe bei der Planung purinarmer Ernährung bietet der Purinrechner der Gichtliga. Sie finden den Link zum Purinrechner links in der roten Führungsleiste. Purinarme Ernährung hat nichts mit Diäten zur Gewichtsreduktion gemeinsam, die im Fall von Übergewicht aber angestrebt werden sollte. Hier gilt, dass zu schnelles Abnehmen akute Gichtanfälle auslösen kann.

Mittel der Wahl wenn purinarme Ernährung nicht ausreicht: Allopurinol oder Febuxostat


Jeder Arzt versucht mit gutem Grund, Gichtpatienten davon zu überzeugen, dass der beste Weg zum Erreichen dieses Zieles darin liegt, die eigene Ernährung umzustellen.

Wie alle Arzneimittel erzeugen auch Allopurinol und Febuxostat, die im Vergleich zu einer erfolgreichen Umstellung auf purinarme Ernährung ein unverhältnismäßiger, großes Risiko darstellen.

Zu den gängigsten Nebenwirkungen gehören allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötungen und Schwellungen, Übelkeit, Brechreiz und Durchfall.

Zu Beginn der Therapie können durch die Medikation vor allem dann akute Gichtanfälle ausgelöst werden, wenn sie zu früh – vor dem völligen Abklingen des akuten Gichtanfalles – eingesetzt werden. Selten – dann aber lebensgefährdend – können schwere Hautreaktionen mit Schuppung und Hautschälung auftreten. Während der Einnahme ist das Reaktionvermögen vermindert, Auto fahren oder an laufenden Maschine arbeiten sollte vermieden werden.