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  aktualisiert 09.01.2017

 


 

 

 

 

 

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Allgemeines

Purinarme Ernährung bedeutet nicht verzichten, sondern rechnen

Der Fakt, dass Schmerzen in der Regel keine Krankheit, sondern ein Zeichen dafür sind, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist, trifft im Fall von Gicht den Nagel auf den Kopf.

Schmerzen beim Gichtanfall sind das Resultat einer Kette von Vorgängen, an deren Ende das Gehirn den Befehl gibt, mittels Schmerz Alarm zu schlagen.

Wie so oft bei der Entwicklung chronischer Krankheiten, steht die Ernährung am Anfang der Fehlentwicklung – in diesem Fall die Aufnahme und Verstoffwechselung von Purinen.

Purine sind Bestandteile der Erbsubstanz (DNS) und in allen tierischen und pflanzlichen Zellen enthalten. In den Stoffwechsel gelangen Purine zum einen durch die tägliche Nahrung, zum anderen entstehen täglich etwa 300 mg Purine beim Abbau von körpereigenen Zellen.

Werden mit der Nahrung mehr Purine aufgenommen als der Körper verarbeiten und/oder ausscheiden kann, ist Gicht eine mögliche Folge. Erst die Entdeckung der Rolle der Purine hat zur heutigen Vielfalt wirksamer Gichtherapie geführt:

1.) Aus je 1 mg der aufgenommenen Purine produziert der Körper per Verstoffwechselung 2,4 mg Harnsäure, die ins Blut gelangt und von hier über den Urin ausgeschieden werden soll. Ist die Balance zwischen Aufnahme und Ausscheidung gestört, führt dies zum Anstieg der Harnsäurewerte im Blut.

2.) Ist die Konzentration der Harnsäure höher als 6,4 ml per dl kristallisiert die Säure. Es entstehen scharfe Kristalle (Harnsäurekristalle), die mit dem Blut durch den Körper getragen werden.

3.) Da die Löslichkeit der Harnsäure in kälterer Umgebung nachlässt, lagern sich die Kristalle bevorzugt an den schlechter durchbluteten und damit kühleren, engen Passagen des Körpers ab - dies ist der Grund warum von einem Gichtanfall häufig die Großzehengrundgelenke betroffen sind.

4.) Am Ort der Ablagerung werden die Kristalle vom Immunsystem als Fremdkörper erkannt und bekämpft.

5.) Die Aktivitäten in der "Kampfzone" führen zu einer Entzündung, die der betroffene Gichtpatient an den Rötungen auf der Haut und vor allem an den äusserst starken Schmerzen erkennt.

Das Ziel der raschen Schmerzbefreiung wird bei rascher Diagnose und gezielter Therapie innerhalb kurzer Zeit erreicht - doch um erneute Gichtanfälle und damit chronische Gicht zu vermeiden, müssen nun die erhöhten Harnsäurewerte separat behandelt und dauerhaft in einem normalen Niveau gehalten - unter 6,0 mg/dl - werden.

Gicht ist fast immer eine ernährungsbedingte Erkrankung. Die Umstellung der Ernährung ist deshalb der wirksamste und ungefährlichste Weg um sowohl akute Gichtanfälle, als auch chronische Gicht zu vermeiden, bzw. mit chronischer Gicht deutlich besser zu leben.

Doch anders als bei einer Lebensmittelallergie - wo die Strafe dem Essen unmittelbar folgt - erkennen Gichtpatienten wegen der stark verzögerten Folgen falscher Ernährung oft nicht einmal den Zusammenhang zwischen Nahrung und Schmerz.

Die Folge: Ärztliche Empfehlungen zur purinarmen Ernährung werden nicht oder unzureichend umgesetzt – der nächste Gichtanfall erfolgt als logische Konsequenz.

Dabei wäre alles ganz einfach. Purinarme Ernährung bedeutet, dass pro Tag mit der Nahrung nicht mehr als 170 mg Purine aufgenommen werden, aus denen der Stoffwechsel etwa 400 mg Harnsäure herstellt.

Da jedes Lebensmittel unterschiedliche Mengen an Purinen enthält, sind oft gegebene Ratschläge wie z.B. weniger Fleisch und mehr Gemüse nicht hilfreich, sondern sogar gefährlich. Es gibt sowohl Fleischsorten mit wenig, wie auch Gemüsesorten mit viel Purinen. Purinarme Ernährung bedeutet deshalb nicht verzichten, sondern rechnen.

Dass Gichtpatienten hierzu heute nicht mehr lange Lebensmitteltabellen durchsuchen und den "Wechselkurs" erlernen müssen, ist einer der großen Vorteile, den das Computerzeitalter der Medizin beschert hat. Der Purinrechner der Gichtliga enthält mehr als 2.000 Lebensmittel, mit denen innerhalb von Sekunden purinarme Menues für jeden Geschmack kreiert werden können. Vielleicht wird die Bratwurst kürzer und der Braten leichter als gewohnt - aber verzichtet werden muss nicht.

Es gibt heute keine unkompliziertere und präzisere Methode, den nächsten Gichtanfall mittels purinarmer Ernährung zu vermeiden als die kostenfreie Nutzung des Purinrechners der Deutschen Gichtliga.